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Modellraketenflug in Deutschland ist existent, aber weitaus weniger verbreitet als in vergleichbaren europäischen und nordamerikanischen Ländern. Durch das Nichtvorhandensein von bundesweiten Modellraketen-Organisationen, kommerzieller Anbieter und anderseits strenger Gesetze hat das Hobby keinen wirklichen Fortschritt in den letzten Jahren gemacht.
Trotzdem könnte gerade Deutschland ein attraktiver Platz für Modellraketenflug in der Zukunft sein. Deutschland ist einer der interessantesten Plätze für jedes Geschäft weltweit mit hohen Einkommen und einer perfekten Infrastruktur. Die Freizeitindustrie ist sehr stark vertreten und es gibt viele lokale Hobbygeschäfte und normaler Modellbau (leider nicht die Modellraketen) ist sehr verbreitet hier.
Erste Versuche, Modellraketen kommerziell in Deutschland zu verkaufen, gab es bereits in den 60er Jahren, als der erste deutsche Treibsatz produziert wurde. Weil dieser hauptsächlich für Raketengleiter konstruiert war, hatte er eine sehr lange Brenndauer. Er ist immer noch erhältlich, wurde aber nur leicht modifiziert und hat immer noch eine Brenndauer von 5 Sekunden und keine Ausstoßladung, was zu lange für die meisten Anwendungen ist.
Nachdem dieser Motor für eine lange Zeit der einzigste erhältliche war, waren auch die Entwicklungsmöglichkeiten für Modelle begrenzt. In den 70er Jahren wurden Estes Produkte zum ersten Mal nach Deutschland importiert. Wegen dem kleinen Markt und den hohen Fracht- und Zollkosten lagen die Preise auf einem hohen Level. Die Produkte waren hauptsächlich über Versand erhältlich und Händler boten die Produkte normalerweise nicht an. Dutzende kleiner wie große, bekannte Firmen (etwa Mattel oder Robbe) versuchten, die importierten Produkte in größeren Mengen auf den Markt zu bringen. Weil es aber nicht so einfach war, in kürzester Zeit einen größeren Absatzmarkt zu entwickeln, scheiterten diese Versuche und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Marktes fand nicht statt.
Es gibt einige lokale Vereine in verschiedenen deutschen Städten und Regionen, die sich mit Modellraketenflug, High Power und semiprofesionellem- bzw. Amateurraketenbau und anderen Projekten beschäftigen. Trotzdem gibt es, im Gegensatz etwa zu den USA und einigen anderen Ländern, immer noch keine bundesweite Dachorganisation. Einige Vereine bezeichnen sich zwar als solche, in Wirklichkeit handelt es sich bei diesen um lokale Vereine mit bundesweitem Alleinvertretungsanspruch. Es ist eine Tatsache, daß keine deutsche Organisation je auch nur nahe daran war, eine wirklich bundesweite Dachorganisation zu werden. Umgekehrt haben einige dieser kleinen Clubs sogar versucht, Ansätze zur Verwirklichung dieser Ideen mit ziemlich kontraproduktiven Mitteln zu verhindern.
Das macht es schwierig, lokale Clubs und Aktivitäten zu koordinieren und zu fördern. Einige Modellbauvereine und Verbände haben kleine Gruppen von wettbewerbsinteressierten Modellraketenfliegern. Weil diese aber in der Regel nur am Wettbewerbsfliegen interessiert sind, kann auch das nicht als evtl. Dachorganisation angesehen werden. So gab es in den vergangenen Jahrzehnten keine wirklich progressive Entwicklung in Deutschland.
Weil es wie erwähnt keine starke bundesweite Dachorganisation gibt, gelten in Deutschland immer noch sehr strenge Gesetze. Der freie Verkauf von Treibsätzen ist auf 20 Gramm pyrotechnischer Antriebsmasse beschränkt (etwa C-Treibsatz) und mit einem Alterslimit von 18 Jahren versehen. Einige weitere Verkaufsbeschränkungen finden ebenso Anwendung wie spezielle Lagerungsvorschriften. So ist es etwa nicht möglich, Standardmotoren an den großen Kern-Absatzmarkt der etwa 12-15jährigen Schüler zu verkaufen, wie es etwa in den USA möglich ist, was den Verkauf von Modellraketenprodukten für kommerzielle Anbieter generell unattraktiv macht. Durch diese Einschränkungen nehmen auch Händler diese Produkte meistens nicht ins Programm. Für Treibsätze der Stärken D oder höher sowie für gebündelte Flüge und Mehrstufenmodelle ist die Situation sogar noch erheblich schlechter. Spezielle Genehmigungen sind notwendig, um diese Motoren zu importieren, zu verkaufen, zu kaufen und zu fliegen (T2-Regelung etc.). Es ist unklar, ob die deutschen Behörden in der Zukunft ihre im Vergleich zum europäischen Ausland, wo in den letzten Jahren liberalere Bestimmungen eingeführt wurden, sehr restriktiven Regelungen fortsetzen können.
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