European Model Rocketry

European Model Rocketry

Hier finden Sie die wichtigsten Modellraketen-Grundlagen von A-Z

Anwendungsmöglichkeiten

Modellraketen fliegen nicht nur hoch und wieder runter, sie bieten auch grenzenlose Anwendungsmöglichkeiten und jede Menge neue Ideen für eigene Projekte. Einige Beispiele: neue Designentwicklungen, Bergungstechniken, sportliche Wettbewerbe, Luftaufnahmen, elektronische und andere Nutzlasten (etwa ferngesteuerte Raketengleiter), Startzubehörentwicklungen, Computerberechnungen, Bemalungstechniken - und natürlich soziale Begegnungen mit Kollegen auf der ganzen Welt und nicht zuletzt Bewegung an der frischen Luft :-)

Bausätze

Modellraketenbausätze gibt es in Preislagen von etwa 5 € bis einigen hunderten €. Sie enthalten in der Regel alle benötigten Bauteile und erfordern, je nach Modell, mehr oder weniger Bauaufwand. Vor allem für Beginner ist es sehr ratsam, erst einmal einen Bausatz zu erwerben, um sich mit den Grundlagen von Modellraketen vertraut zu machen. Für Anfänger gibt es außerdem komplette Startersets, die ein Modell, eine Startrampe, ein Zündgerät, Treibsätze und Zubehör enthalten. Eine Liste mit Adressen europäischer Händler gibt es hier.

Firmen

Die meisten Firmen für Modellraketen-Produkte gibt es in den USA, wo das Hobby kommerziell am erfolgreichsten ist. Branchenführer ist Estes Industries, eine der größten Hobbyfirmen in den USA. Estes hat seit Ende der 50er Jahre 30 Millionen Treibsätze verkauft. Estes stellt hauptsächlich Standardmodelle und -treibsätze für die Motorentypen A-D her. Der Standardmodell-Markt wird weltweit hauptsächlich von Estes dominiert. Es gibt außerdem diverse kleinere Firmen, die ein Vollsortiment oder ein Teilsortiment anbieten. Daneben sind in den letzten Jahren zahlreiche Firmen entstanden, die sog. High-Power Produkte vertreiben, also für Modelle ab Treibsatzklasse E aufwärts, etwa AeroTech oder North Coast Rocketry (jetzt eine Tochterfirma von Estes). In Westeuropa werden hauptsächlich Importprodukte aus den USA angeboten, in Osteuropa dominierten jahrzehntelang Produkte aus staatlicher oder halbstaatlicher Produktion.

Gesetzliches

In der Bundesrepublik müssen Motoren von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) zugelassen und geprüft sein, Motoren aus dem Ausland nur von einem Importeur eingeführt werden. Motoren der Klasse T1 (bis 20 g Füllgewicht, entspricht etwa einem C-Treibsatz) können ab 18 Jahren genehmigungsfrei und ganzjährig gekauft und verwendet werden. Für Motoren ab 20 g (Klasse T2) sowie Motorenbündelungen und Mehrstufentreibsätze gelten besondere Bestimmungen (Erlaubnisschein sowie Freigabe vor dem Flug). Genehmigungsfrei sind Flüge im unkontrollierten Luftraum (lokal unterschiedlich, zwischen 0 und 800 Meter Höhe, i.d.R. bei 300 Meter über Grund). Zuständig sind die Gewerbeaufsichtsämter und Luftfahrtbehörden der Länder.

Preise

Modellbausätze gibt es ab ca. 5 €, normale Modelle kosten etwa 10-30 €. Standard-Treibsätze werden für etwa 1-2 € pro Stück angeboten. Komplette Startersets sind bereits ab etwa 30 € zu haben.

Sicherheit

Für Modellraketen gilt ein international gültiger Sicherheitskodex. Bei Beachtung dieses Kodex, der einige Basis-Sicherheitsvorkehrungen enthält (etwa die Verwendung von industriell hergestellten Motoren), ist der Modellraketenflug ein äußerst sicheres Hobby. Alleine Branchenführer Estes hat in 4 Jahrzehnten über 30 Millionen Treibsätze hergestellt und verkauft, ohne das es zu bekannten Unfällen gekommen wäre. Alle Modelle bestehen aus leichtgewichtigen, zerbrechlichen Materialien wie Pappe oder Balsaholz, ohne tragende Metallteile, die Verletzungen nahezu ausschließen.

Treibsätze

Modellraketen werden mit industriell hergestellten, einmal verwendbaren Feststoff-Treibsätzen angetrieben. Treibsätze (bzw. Motoren) gibt es in verschiedenen Schubstärken und Größen. Standard-Treibsätze sind in die Kategorien A, B und C aufgeteilt. Ein C-Treibsatz hat etwa die doppelte Schubstärke wie ein B-Motor, ein B-Motor ist doppelt so stark wie A etc. Standardmotoren werden auf Schwarzpulverbasis hergestellt. Stärkere Motoren bestehen aus Composit-Basis, das einen höheren Wirkungsgrad hat, allerdings auch aufwendiger in der Herstellung und damit teurer ist.

Vereine

Es gibt verschiedene lokale Vereine sowie auch landesweite Vereine. Einige Modellraketenvereine beschränken sich auch auf Teilaspekt des Modellraketenflugs, z.B. Wettbewerbe oder Highpower. Links zu Vereinen und Organisationen, soweit bekannt, gibt es auf der Vereinspage.

Zündung

Die Zündung erfolgt in der Regel elektrisch mit einem einmal verwendbaren Elektrozünder auf Glühdrahtbasis. Der Zünder wird in die Düse des Treibsatzes geschoben und dann per Kabel elektrisch ferngezündet. Zündung per Zündschnur ist möglich, aber aus Sicherheitsgründen nicht ratsam.

Lesen Sie auch die Seite Raketen-Begriffe mit der Erklärung der verschiedenen Raketen-Sparten!

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